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In Zuerich sind Putzfrauen gesucht - und Schwarzarbeit ist weit verbreitet |
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In Zürich geht in vielen Haushaltungen eine Putzfrau ein und aus. Private Reinigungshilfen haben derzeit keine Mühe, Auftraggeber zu finden. Der boomende Markt spielt sich an der Grenze zur Illegalität ab, denn von Schwarzarbeit verspricht sich mancher einen Vorteil. «Frau, 26j., sucht Arbeit im Haushalt (privat, Reinigung) in der Stadt Zürich.» Das Inserat, in einer Tageszeitung placiert, ist mit einer Handy-Nummer versehen. Die Stimme, die sich am Telefon meldet, tönt tatsächlich jung. Gegen zwanzig Anrufe seien bisher auf die Anzeige hin eingegangen, sagt die Frau - und auch einige SMS, die leider nicht alle ganz seriös gewesen seien. «Unter den Telefonanrufen waren aber auch ein paar vielversprechende», räumt sie ein; sie habe bereits mehrere Termine vereinbart. Und die junge Frau weiss genau, was sie will: «25 Franken pro Stunde.» Meist sind es Frauen, die sich in Zeitungsinseraten als «Putzfeen» für den Privathaushalt anbieten. Häufig handelt es sich bei ihnen um Migrantinnen, die auf dem Arbeitsmarkt sonst eher weniger Chancen haben. Als Reinigungshilfen haben sie anscheinend keine Schwierigkeiten, an genügend Auftraggeber zu gelangen. Neben Presse und Internet spielt die Mundpropaganda unter Arbeitskollegen und Freunden bei der Weitervermittlung von privaten Reinigungshilfen eine nicht unwesentliche Rolle. Wer eine gute Putzfrau beschäftigt, ist auch gerne bereit, ihr weitere Aufträge im Bekanntenkreis zu verschaffen.
Putzen - ein Wachstumsmarkt
Der «Putzfrauen-Markt» erlebt derzeit einen Boom, wie verschiedene Beobachter bestätigen. In der Stadt Zürich dürfte es rund 10 000 Angestellte von Reinigungsunternehmen geben, wie Benno Locher, Sekretär der paritätischen Kommission der Reinigungsbranche in der Deutschschweiz, schätzt. Wie viele Personen zusätzlich auf privater Basis putzen, ist kaum abzuschätzen. Auch die Sozialgeographin Pia Tschannen, die intensiv in der Reinigungsbranche recherchiert hat, kann keine verlässlichen Zahlen liefern. Sie spricht jedoch ebenfalls von einer Wachstumsbranche: «Ich habe den Eindruck, dass in Zürich neben den klassischen Reinigungsunternehmen vor allem auch jene Unternehmen boomen, die im Abonnement Putzfrauen-Dienste übernehmen.» Sie bringt diese Entwicklung, die in städtischen Gebieten besonders ausgeprägt sei, unter anderem mit der steigenden Erwerbstätigkeit der Frauen in Verbindung: In vielen Familien fehle die Zeit, um selber zu putzen, und gleichzeitig sei genügend Geld vorhanden, um sich eine Putzfrau zu leisten.
Die Kehrseite des Wachstums auf dem «Putzfrauen-Markt» ist die Schwarzarbeit, die auch in Zürich verbreitet ist: Viele Private lassen regelmässig ihr Haus oder ihre Wohnung reinigen, ohne ihre «Putzfee» gegen Unfall versichert oder sie wenn nötig bei der AHV angemeldet zu haben und die entsprechenden Beiträge zu entrichten. Gründe dafür gibt es viele, etwa weil es für beide Seiten billiger kommt oder weil der Auftraggeber den administrativen Aufwand im Umgang mit den Behörden scheut. Viele Putzfrauen sind ausdrücklich damit einverstanden, schwarz zu arbeiten, obwohl sie sich damit selber um die Altersvorsorge bringen; sei es, weil sie sich illegal in der Schweiz aufhalten oder weil sie lieber jetzt ihr Portemonnaie füllen, als an den Lebensunterhalt im Alter zu denken.
Die Feststellung, dass viele Angestellte in Privathaushalten schwarz arbeiten, war für die Sozialgeographin Pia Tschannen wenig erstaunlich, als sie vor drei Jahren ihre Studie «Putzen in der sauberen Schweiz» über die Reinigungsbranche veröffentlichte. «Die Reaktionen auf die Publikation zeigten einen grossen Handlungsbedarf», sagt sie. «Viele Leute möchten ihre Putzfrau legal anstellen, wissen aber nicht, wie.» Die vor einem Jahr gegründete Firma Fairness at work lancierte deshalb neben anderen Angeboten das Projekt «proper job» mit dem Ziel, Haushalten zu einer legal angestellten und fair entlöhnten Putzfrau zu verhelfen. Das Unternehmen übernimmt Reinigungsaufträge von Privaten und Firmen und nimmt ihnen den «administrativen Kram» ab. «Wir versuchen, den administrativen Aufwand möglichst gering zu halten», sagt Pia Tschannen. «Gleichzeitig wollen wir unseren Mitarbeitenden faire Arbeitsbedingungen, das heisst die üblichen Sozialleistungen, gute Löhne und damit Wertschätzung bieten.» Den Stundenlohn- Richtwert beziffert sie auf 25 Franken, den eine «Putzfee» netto verdient. Der Kunde bezahlt je nach wöchentlichem Pensum 34 bis 38 Franken pro Stunde. Die Abrechnung von AHV-Beiträgen, Unfall-, Krankentaggeld-Versicherungsprämien und Pensionskasse übernimmt als Arbeitgeberin die Firma Fairness at work.
Auch die Putzfrauenagentur mit Hauptsitz in Kindhausen beschäftigt Reinigungspersonal, das in privaten Haushaltungen putzt. Sozialleistungen und Versicherungen werden ebenfalls durch die Agentur abgerechnet. Der Gründer, Adrian Gsell, redet sich ins Feuer, wenn es um die Anstellungsbedingungen in der Branche geht. Gewisse Leute bereicherten sich «auf dem Rücken der Schwächsten», sagt er. «Soziales Engagement gegenüber meinen Angestellten hat für mich oberste Priorität.» Seine Lohnpolitik will Gsell aber nicht öffentlich machen. Unter anderem wegen der Konkurrenz gebe er nicht bekannt, wie viel eine Reinigungskraft bei ihm pro Stunde verdient. Er versichert aber, dass sich die Gehälter in seinem Unternehmen auf ähnlichem Niveau wie bei Pia Tschannen bewegen. Der Stundenansatz für den Kunden beläuft sich bei der Putzfrauenagentur auf 37 Franken. Freizeit statt Putzarbeit
Den gegenwärtigen Boom in der Branche führt Gsell auf die wirtschaftlichen Umstände zurück: «Der Druck auf die Arbeitnehmer steigt, und die knappe Freizeit wird zum Luxusgut.» Deshalb leiste sich zunehmend auch der «Normalbürger» eine Putzfrau und erkaufe sich damit ein Stück Freiheit.
Wer das Administrative durch eine Fachperson erledigen lässt, zahlt dafür einen Preis. Helene Karrer-Davaz beteuert, es sei auch keine Hexerei, eine privat rekrutierte Putzfrau zu versichern und korrekt bei der AHV anzumelden. Die Hauswirtschafts-Expertin unterstützt mit ihrer Firma Home-Management in Wallisellen Private bei der Anstellung von Hausangestellten und vertreibt eine Informationsbroschüre, die die wichtigsten Schritte erklärt. Sie betont, der Verzicht auf eine Unfallversicherung und die Bezahlung der AHV-Beiträge könne teuer werden. Bei einem Unfall müsse im Extremfall der Arbeitgeber für die Heilungskosten der Putzfrau aufkommen, und auch die AHV könnte nachträglich Geld einfordern. Helene Karrer-Davaz ist aber grundsätzlich überzeugt: «Bei den meisten Leuten ist nicht der böse Wille ausschlaggebend, sondern Unwissenheit oder Bequemlichkeit.»
Ein paar Faustregeln
AHV-Beiträge werden fällig, wenn der Lohn der Putzfrau 2000 Franken pro Arbeitgeber jährlich übersteigt. Der Abzug für AHV-/IV-/EO- und ALV-Beiträge macht 12,1 Prozent aus. Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlen je die Hälfte. Pensionskassenabzüge sind erst ab einem Jahreslohn von 19 350 Franken obligatorisch. Dagegen muss die Putzfrau in jedem Fall bei einer beliebigen Versicherungsgesellschaft gegen Unfall versichert werden. Eine solche Versicherung kostet 100 Franken pro Jahr. |
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Arbeitslosengeld, Arbeitsrecht, Job, Stellenwechsel |
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Gedicht zum Umzug |
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Gedicht zu Abschied
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Die Haftpflicht-Versicherung schuetzt vor dem finanziellen Ruin |
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